LAB 5

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LAB 5: (in) Beziehungen sein / hinterfragen / lernen / aufbrechen

Das LAB 5 „(in) Beziehungen sein / hinterfragen / lernen / aufbrechen“ ist eine Kooperation zwischen den Abteilungen Museumsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit /Marketing.

Im Lab geht es um die Beziehungen zwischen Menschen, Objekten und der Institution Museum. Wie werden diese Beziehungen geformt und wie können sie verändert werden? Mit diesen Fragen setzt sich das Lab 5 auseinander, wobei wir diese Beziehungen an den beiden Hauptthemen „Sprache“ und „Raum“ festmachen wollen.

Das Thema Sprache ist für ein Museums und für die Wissensvermittlung essenziell. Katalog- und Ausstellungstexte, Veranstaltungskalender, Pressemitteilungen und weitere Informationsmaterialien sind Medien, die zu und mit den Besucher*innen sprechen. Als Museum nehmen wir darüber eine Position ein, indem wir diese Texte bewusst gestalten. Dasselbe gilt auch für den Umgang mit und den Einsatz von Bildern. Auch damit werden wir uns im Lab 5 beschäftigen.  

Wichtig ist: Sprache ist nicht gleich Sprache! Genauso wie die Gesellschaft befindet sie sich immer im Wandel. Als Museum sprechen wir sehr weit gefächert Besucher*innen an. Dabei ist es wichtig, schriftlich und im Gespräch auf zeitgemäße und diversitätssensible Art zu kommunizieren. Lab 5 untersucht, wie wir uns als Museum in diskriminierungsfreier, gendergerechter und leichter Sprache mitteilen können. Als einer der ersten Schritte wurde im LindenLAB eine Bibliothek eingerichtet, die im Laufe der Zeit mit relevanten Büchern zu diesen Themen gefüllt werden. Dadurch haben die Mitarbeiter*innen und Besucher*innen des Museums die Möglichkeit, sich mit der aktuellen Diskussion, dem derzeitigen Forschungsstand und auch persönlichen Erfahrungsberichten auseinanderzusetzen.

Im Sinne einer Multiperspektivität möchte das Lab 5 gemeinsam mit Vertreter*innen anderer Museen, (lokalen) Organisationen, Initiativen und Akteur*innen der Stadtgesellschaft den bisherigen Umgang des Museums mit Sprache reflektieren, um neue Leitlinien zu erarbeiten. Dieser Prozess will bewusst externe Expertise einbeziehen, um verschiedene Sichtweisen auf bestehende Texte und Formulierungen zu erhalten und gemeinsam zu lernen.

Was bedeutet es, diskriminierungsfreie und gendergerechte Texte zu schreiben? Wie können wir durch leichte Sprache Texte verständlicher machen? Wie können wir unsere alltägliche gesprochene Sprache anpassen? Welche gewohnten Strukturen müssen unter Umständen dazu aufgebrochen werden? Welche Bilder verwenden wir und welche nicht? Wie setzen wir diese ein? Welche Bilder müssen kontextualisiert oder abstrahiert werden?

Als zweiten Schwerpunkt beschäftigt sich Lab 5 mit Raum. Gemeinsam mit Expert*innen überlegen wir, welche Räume es für neue Formen der Kooperation es braucht. Wie kann ein Museum aussehen, das Besucher*innen einlädt und auffordert, es mitzugestalten? Welche architektonischen Änderungen braucht es dafür? Welche Mittel/Werkzeuge sollte ein solcher Raum zur Verfügung stellen? Wie sollte er gestaltet sein, dass möglichste viele unterschiedliche Menschen ihn nutzen und sich einbringen wollen? Und wie verändern solche Prozesse das Wissen in Museen und ihre Ausstellungen? Wir verstehen das LindenLAB als Experimentierfeld, das im Lauf der Zeit unterschiedliche Gestaltungen, Funktionen und Zwecke annehmen wird.

Für Lab 5 steht der Prozess und seine Auswirkungen im Vordergrund. Dass, was wir lernen, soll in das zukünftige Selbstverständnis des Museums einfließen.

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