Sumaya Kassim

07.09.2020 | Konferenz

1: Museumskonzepte

Impulsvortrag von
Sumaya Kassim

Dekoloniale Tagträume: Können Museen Orte der Hoffnung sein?

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Der erste Themenblock der Tagung widmete sich der konzeptionellen Arbeit (ethnologischer) Museen, deren Entstehungsgeschichte eng mit dem europäischen Kolonialismus verknüpft ist. Bis heute gelten sie als Ausstellungsorte des kulturell „Fremden“, des „Anderen“. In einer zunehmend diversen Gesellschaft  gilt es dieses (Selbst-)Verständnis zu überwinden uns die gesellschaftliche Rolle und Relevanz ethnologischer Museen neu zu verhandeln.

Sumaya Kassim ist Schriftstellerin, Kuratorin und unabhängige Forscherin. Sie war eine der Ko-Kuratorinnen der Ausstellung „The Past is Now“: Birmingham and Empire“ im Birmingham Museum and Art Gallery (2017-2018). Diese Erfahrung hat sie in ihrem Essay „The Museum Will Not Be Decolonised“ (Media Diversified, 2017) festgehalten. In ihrem kürzlich erschienenen Artikel „The Museum is the Master’s House: an open letter to Tristram Hunt“ (Medium, 2019) forderte sie den Direktor des Victoria and Albert Museums auf, seine Annahmen darüber, was es bedeutet, in den kolonialen Nachwirkungen zu leben, zu hinterfragen. Sie war 2019 Fellow am Forschungszentrum für Materielle Kulturen, Tropenmuseum, Leiden, und wird an der Abteilung für Dekolonisierende Kunst der University Arts London an einer Reihe von Essays über Institutionen und Weißsein arbeiten. Außerdem schreibt sie derzeit an einem Roman.

In ihrem Impulsvortrag stellte sie in Frage, welche Wünsche und Hoffnungen in Museen heutzutage priorisiert und konzeptualisiert werden. Dabei betonte sie, dass eine Dekolonisierung auch über den musealen Kontext hinausgehen müsse und dass die Vorstellungen für unser zukünftiges Museum auch Hoffnungen für die Veränderung unserer Gesellschaft spiegelten. Hoffnung entstehe für sie erst dann, wenn eine Konfrontation mit der Vergangenheit angestrebt wird und damit auch eine Veränderung der Gegenwart und der Gesellschaft.

Autorin:
Henrike Hoffmann

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