Dr. Aimé Kantoussan

28.07.2020 | Konferenz

1: Museumskonzepte

Impulsvortrag von Dr. Aimé Kantoussan

Museum of
Black Civilizations:
Time is Running Out

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Der erste Themenblock der Tagung widmete sich der konzeptionellen Arbeit (ethnologischer) Museen, deren Entstehungsgeschichte eng mit dem europäischen Kolonialismus verknüpft ist. Bis heute gelten sie als Ausstellungsorte des kulturell „Fremden“, des „Anderen“. In einer zunehmend diversen Gesellschaft  gilt es dieses (Selbst-)Verständnis zu überwinden uns die gesellschaftliche Rolle und Relevanz ethnologischer Museen neu zu verhandeln.

Dr. Aimé Kantoussan ist derzeit Direktor für Forschung am Museum für Schwarze Zivilisationen in Dakar, Senegal. Als Archäologe und Historiker interessiert er sich für Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung von strukturbildenden Infrastrukturen, insbesondere von Straßen in Westafrika, sowie für den Schutz und die Aufwertung des Kulturerbes im Allgemeinen vor dem Hintergrund einer rasanten Entwicklung des afrikanischen Territoriums.

In seinem Vortrag sprach er über die Entwicklung des Museums der schwarzen Zivilisationen: Die Idee des Museums geht auf das Jahr 1972 und den damaligen Präsident der senegalesischen Republik, Léopold Sédar Senghor, zurück. Sie entspricht den ideologischen Wurzeln der Négritude, einer sowohl politischen als auch philosophischen Bewergung des 20. Jahrhunderts, die für die kulturelle Selbstbehauptung der afrikanischen Bevölkerung eintrat. Aufgrund politischer Veränderungen wurde das Projekt 1980 zunächst aufgegeben. Erst in den 2000ern wurde es wieder aufgenommen, konzeptionell überarbeitet und ein Museumsprofil festgelegt, das sich von bereits existierenden Museumskonzepten deutlich abgrenzt.

Der Vortrag in englischer Sprache kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Autorin:
Henrike Hoffmann

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